Schweden hat 2022 nach mehr als zwei Jahrhunderten seine bewaffnete Neutralität aufgegeben. Die russische Bedrohung habe zu einer grossen Einigkeit im Land geführt, sagt Schwedens Botschafter in der Schweiz, Carl Magnus Nesser.
Die Schweiz und Schweden teilten lange ein Prinzip: die bewaffnete Neutralität. Doch im Mai 2022 änderte sich das. Schweden reichte seinen Antrag auf Mitgliedschaft im Verteidigungsbündnis Nato ein. So ein Bündnisbeitritt wäre in der Schweiz nicht mehrheitsfähig, auch wenn hierzulande immer wieder hitzig über die Zukunft der Neutralität debattiert wird. Was hat Schweden zum Kurswechsel bewogen? Wie gelingt die militärische Auf- bzw. Nachrüstung – wirtschaftlich wie politisch? Die NZZ trifft den schwedischen Botschafter in Bern zum Gespräch über Sicherheit, Solidarität und Selbstbehauptung im Jahr 2025.
Herr Botschafter, als Schweden 2024 der Nato beitrat, galt das Bündnis als schlagkräftige Verteidigungsmacht. Seit der Wahl von US-Präsident Donald Trump ist aber alles andere als klar, ob alle Nato-Mitglieder im Kriegsfall zusammenhalten würden. Wie gross ist die Ernüchterung in Ihrem Land?
Schweden ist keinesfalls ernüchtert. Die USA sind ein sehr wichtiger Teil der Nato. Es ist jedoch offensichtlich: Europa muss mehr zur Sicherheit seines eigenen Kontinents beitragen. Diese war seit über siebzig Jahren nicht mehr so bedroht wie heute. Schweden hat mit dem Nato-Beitritt einen grossen Schritt gemacht.
Das ganze Interview auf NZZ, Foto: Swedish Armed Forces