Wenn einer den Krieg in der Ukraine stoppen könnte, wäre es wohl Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Aber er tut es nicht. Vier Gründe, warum ihm das Verhältnis zu Russland wichtiger ist.
Eine Woche lang hat er alle hingehalten. Eine Woche lang mussten sie «Warten auf Wladimir» mitspielen: Donald Trump, der den russischen Präsidenten so gern an den Verhandlungstisch in Istanbul gebracht hätte. Wolodimir Selenski, der in die Türkei gereist war und erklärte, dass er dort auf seinen Feind warten werde. Emmanuel Macron, Keir Starmer, Donald Tusk und Friedrich Merz schliesslich, die wackeren vier Musketiere, die dachten, sie könnten Wladimir Putin drohen und zu einer Waffenruhe in der Ukraine zwingen. Alle offenbar machtlos. Vielleicht schafft es ja nur einer, den russischen Diktator zum Ende seines Krieges in der Ukraine zu drängen: Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping. Putins wichtigster Verbündeter. Der Mann, der Putin seinen treuesten Freund nennt.
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1. Der Freund Putin
Chinas Führung hat den russischen Präsidenten gründlich studiert. Sie hat erkannt, dass der Kremlchef von einer wahren Obsession gegenüber der Ukraine getrieben ist. Putin will diesen Krieg, koste es, was es wolle …
2. Der Partner Putin
In der Tat gibt es viele Gemeinsamkeiten zwischen Xi und Putin: Beide sind autokratische Führer, und sie teilen die gleiche Weltanschauung – gegen den Westen, gegen die Nato und vor allem gegen die USA. Beide verbreiten das gleiche Narrativ: Der Westen hat die Welt schlecht behandelt, wir sind die Stimme der Unterdrückten und wollen eine neue, gerechtere, multipolare Weltordnung …
3. Der Diener Putin
Experten fällt schon zu jener Zeit auf, dass sich bei aller ökonomischer Verflechtung zwischen China und Russland auch erste strukturelle Abhängigkeiten herausbilden. «Pu Dadi», der grosse Kaiser Putin, wird mit einem Mal kleiner. China gibt den Ton an. Beispielsweise in der Vereinbarung, fortan verstärkt den chinesischen Yuan als Zahlungsmittel im bilateralen Handel zu nutzen. Oder bei den langfristigen Lieferverträgen für russisches Gas bis 2030 …
4. Und der Westen hat nichts zu bieten
China ist stark genug, um auf seinen Juniorpartner einzuwirken. So hat Xi seinem «treuesten Freund» schon zu verstehen gegeben, dass er gegen einen Einsatz von Nuklearwaffen im Krieg in der Ukraine sei. Er könnte Putin auch zu diplomatischen Verhandlungen mit Kiew drängen. Aber warum sollte er? Chinas Führung kalkuliert knallhart. Das trifft auf ihr Verhältnis zu Russland wie auch jenes zu Europa und den USA zu …
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