Polens Schüler müssen schiessen lernen

Seit der russischen Invasion in die Ukraine bemüht sich Polens Regierung, die Bevölkerung wehrhaft zu machen. Im Fokus stehen vor allem die jungen Menschen. In der Oberstufe ist Schiessunterricht neuerdings obligatorisch.

Antoni macht den Anfang. Der 14-Jährige steht im Judoraum der Schule Nummer 10 in Pruszkow und hält die Replik des amerikanischen Sturmgewehrs AR-15 ganz gerade. Sein Blick ist konzentriert. «Denk ans Atmen!», ermahnt ihn Malgorzata Kruszynska, seine Polnischlehrerin. Sie steht neben Antoni und ahmt die richtige Schiesshaltung im Stehen nach. Der Schüler mit schwarzem Hoodie und der Brille bewegt den Finger zum Abzug, atmet aus und drückt durch. Lautlos zeigt sich ein kleiner giftgrüner Punkt auf der postkartengrossen Tafel. «Getroffen!», lobt ihn die Lehrerin.

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