Das Schweizer Sturmgewehr 90, weithin bekannt als quasi Rolex der Armeewaffen, trifft zwar auf 300 Meter mit der Gewehrpatrone 90 sehr präzise, doch an Durchschlagsleistung mangelt es dieser bewährten Kombination. Mit dem breiten Aufkommen von modernen Schutzwesten wird dieser Mangel nun eklatant. Denn die bisherige Standardmunition der Schweizer Armee durchschlägt diese Schutzwesten nicht mehr, ist damit quasi wertlos und dient, plakativ gesprochen, nur noch für Schönwetterwettkämpfe.
Im Schiesskanal des schweizerisch-italienischen Munitionsherstellers Swiss P in Thun, konnte ich mir selber ein Bild davon machen. Unsere Standardmunition GP90 hat keine Chance bei modernen Schutzwesten, wie sie breit bei den Soldaten auf beiden Seiten im Ukrainekrieg eingesetzt werden. Zwar gibt es die Stossrichtung in der Nato, auf grössere Kaliber wie 6.5mm, für eine neue Generation der Sturmgewehre, zu wechseln, doch dieser Entscheid steht bei den grossen Armeen wie in Frankreich oder Deutschland erst in den 30er Jahren an.

Die sofort umsetzbare Lösung von Swiss P heisst GP30 HC, also eine neue Generation der GP90 Munition im gleichen Kaliber aber mit einem Hartkern, welche mit dem bisherigen Sturmgewehr 90 verschossen werden kann. Es ist weder eine Modifikation der Waffe, noch der ganzen Logistikkette notwendig. Im Schiesskanal zeigte die in Thun entwickelte Munition eine beeindruckende Wirkung selbst bei modernsten Schutzwesten.


Die neue Munition könnte per sofort als Kriegsreserve eingelagert, die bestehende GP90 in der Ausbildung weiterverwendet werden. Damit würde die Schweizer Armee als Sofortmassnahme mit nur geringen finanziellen Auswirkungen eine leistungsfähige Munition für die breite des Heeres erhalten und als Nebeneffekt die heimische Munitionsinnovation und -produktion fördern und damit die Rüstungsbasis Schweiz wieder stärken.
Die eklatanten Mängel der aktuellen GP90 ist nicht nur im Verteidigungseinsatz gravierend, bereits in Phasen erhöhter Spannungen und Terrorbedrohungen, wo Schweizer Soldaten kritische Infrastrukturen schützen sollen, wirkt die aktuelle Munition nicht mehr, weil selbst einfache Terroristen, gschweige denn professionelle Saboteure und Akteure, mit modernen Schutzwesten ausgerüstet sind. Der Bedarf und die Dringlichkeit nach neuer Munition für die bestehenden Sturmgewehre ist damit mehr als klar und muss sofort angegangen werden.
Quelle: Defence & Security News