Angriff von „Fancy Bear“ – Wie der russische Geheimdienst den Westen ausspioniert

Die Chefs des Bundesnachrichtendienstes (BND) und des Bundesamtes für Verfassungsschutz (BfV) warnen vor einem großangelegten Cyberangriff einer Spezialeinheit des russischen Geheimdienstes GRU. Ziele sind danach Bahnstrecken und Grenzübergänge, Flug- und Seehäfen.

Es ist eine zwielichtige Welt, in der Moskau den Westen attackiert. Zerrissene Datenkabel in der Ostsee, Brandsätze in Luftfrachtpaketen, Drohnen über Kasernen – und immer wieder die Frage: Wer genau war es? Oft fällt der Verdacht auf Russland. Aber ist der Verdacht beweisbar? Militärs und Nachrichtendienstler haben ein Wort für den oft so schwierig zu führenden Tatnachweis im russischen Schattenkrieg: Attribuierbarkeit. Also einen Angriff einem Angreifer zuordnen.

Oft ist aber so ein Anschlag schwer zu attribuieren, etwa weil Moskaus Geheimdienste vermehrt Kleinkriminelle im Internet anwerben, um Infrastruktur auszuspähen oder zu sabotieren. Diese sogenannten Wegwerfagenten erfüllen ihre Aufgaben für kleines Geld und wissen meist selbst nicht, für wen sie die schmutzige Arbeit erledigen. Wie erst sollen es dann die Nachrichtendienste und Ermittlungsbehörden nachweisen? „Bei Attacken auf die westliche Infrastruktur ist es mitunter schwierig, die Urheber klar als staatliche Akteure zu identifizieren“, sagte BND-Präsident Bruno Kahl WELT AM SONNTAG. „Bei Cyberangriffen dieser Art wissen wir aber, woher sie kommen: Sie zeigen die Handschrift des russischen Militärgeheimdienstes GRU und seiner Cyber-Krieger.“

Ganzer Artikel auf Welt, Foto: Symbolbild BND