Schweizerisch-französische Doppelbürger umgehen die Wehrpflicht durch einen eintägigen Militär-Orientierungstag in Frankreich. Das ist nun plötzlich auch dem Bundesrat zu viel. Jetzt will er handeln.
Ein Kurztrip nach Paris – und der Militärdienst ist erledigt. Schweizerisch-französische Doppelbürger können die hiesige Wehrpflicht leicht umgehen. Statt 18 Wochen Rekrutenschule besuchen sie einfach in Frankreich die «journée défense et citoyenneté» – einen Militär-Orientierungstag. Jedes Jahr sollen gegen 800 junge Doppelbürger dieses Schlupfloch nutzen. Auch Wehrpflichtersatz müssen sie dann nicht zahlen. Das regelt seit 1997 ein Militärabkommen mit Frankreich.
Das ist bürgerlichen Politikern schon länger ein Dorn im Auge. Sie haben schon mehrere Anläufe unternommen, um das Schlupfloch zu schliessen – gerade auch, weil die Armee immer wieder über zu wenig Soldaten klagt. Konkret soll ein Dienst im Ausland nur noch anerkannt werden, wenn die «erbrachten Leistungen gleichwertig» sind und sie vor der Wohnsitznahme in der Schweiz oder vor der Einbürgerung erbracht wurden.
Ganzer Artikel auf Blick, Foto: Symbolbild (VBS/DMA)