Dr. Peter Forster, Oberst/Rgt Kdt aD, Publizist und Buchautor
Eine gute Nachricht kommt heute aus Bern. Das Bundesamt für Rüstung, die Armasuisse, teilt mit:
Das Projekt Aufklärungsdrohnensystem 15 (ADS 15) kämpft seit vielen Jahren mit Verzögerungen und technischen Problemen. Die Lieferantinnen Elbit und RUAG haben vertragliche Meilensteine wiederholt nicht eingehalten. Bundesrat Martin Pfister, Chef VBS, hat nach seinem Amtsantritt eine vertiefte Analyse des Projekts angeordnet. Aufgrund der Resultate hat das VBS entschieden, das Beschaffungsprojekt ohne das automatische Ausweichsystem, ohne das System für GPS-unabhängige Starts und Landungen sowie ohne das System für die Enteisung fortzuführen. Trotz den Einschränkungen beim Einsatz bleiben zentrale Fähigkeiten wie die Aufklärung mit langer Verweildauer in der Luft sichergestellt.
Im Klartext heisst das: Die Beschaffung geht weiter, das Projekt wird nicht abgebrochen. Die Schweizer Luftwaffe erhält die israelische Drohne Hermes 900, die sich im Zwölftagekrieg zwischen Israel und Iran grandios bewährte. Im Luftkrieg über Iran gab die Drohne mehrmals in kritischen, entscheidenden Phasen den Ausschlag. Einmal erhielt der Mossad um 6 Uhr die Nachricht, Iran schiesse um 6.30 Uhr von sechs dezentralen Werfern ballistische Raketen auf die Agglomeration Tel Aviv – an einem Werktag zum frühen Arbeitsverkehr. Die Luftwaffe hatte gerade keine Combat Air Patrol zur Verfügung, und guter Rat war teuer. Aber die Operationsführung setzte in ganz Iran freie Hermes 900 auf die Rampen an: Keine einzige Rakete ging los.
Der Armasuisse und ihren obersten Chefs, Urs Loher und Bernhard Knechtenhofer, ist zu gratulieren, dass sie den Gordischen Knoten durchhauten. In den Dank einzuschliessen ist auch Andreas Cantoni, CEO von Elbit Schweiz.

Besonders erfreulich ist der Umstand, dass auf die Enteisung verzichtet wird. Um die Flügel zu enteisen, wäre ein stärkerer Motor nötig gewesen. Doch dieser wäre derart viel schwerer geworden, dass er die ausgeklügelte Balance der Drohne unrettbar verschoben hätte. Überhaupt sagt die Armasuisse der übertriebenen, sündhaft teuren „Helvetisierung“ von Kriegsgerät den Kampf an; und dem ist gut so.