Ja zur Drohne Hermes 900 – neue positive Informationen

Dr. Peter Forster, Oberst/Rgt Kdt aD, Publizist und Buchautor

Am 4. September 2025 fällte Bundesrat Martin Pfister zur Drohne Hermes 900 den einzig richtigen Entscheid, das Vorhaben ohne Helvetisierung fortzusetzen. Noch keine Woche ist vergangen, und im medialen Belagerungsring um das Bundeshaus wird schon an Pfisters Entschluss herumgemäkelt – dies in krasser Unkenntnis der Détails.

Mit der Armee ist die Armasuisse entschlossen, das Projekt mit der israelischen Spitzendrohne ohne Mehrkosten durchzuziehen. Die Beschaffung darf keinen Rappen mehr kosten, als das Parlament bewilligt hat. Zu allen drei helvetischen Sonderwünschen zeichnen sich vernünftige Lösungen ab. Der Verzicht auf den Swiss Finish führt operationell nur zu geringfügigen Einschränkungen. Derzeit befinden sich fünf Drohnen in Emmen. Die Lieferung der sechsten und letzten Drohne wird noch 2025 erwartet. Die Schweizer Hermes 900 sind bereits mehr als 175 x geflogen und haben rund 150 Flugstunden hinter sich.

Enteisung lösbar

Das grobe Problem trug den schönen helvetischen Namen „Enteisung“. Die Hermes 900 sollte sich nicht nur über Kaschmir oder dem Negev bewähren, sondern auch bei der Alpenüberquerung. Die Konsequenz des Sonderwunsches ist bekannt. Die Enteisung namentlich der Flügel erforderte bei einer Spannweite von 15 Metern massgeblich mehr Leistung, will heissen: einen schwereren Dieselmotor. Doch dieser hätte die heikle Balance der Drohne unrettbar nach hinten verschoben.

Auf diese Helvetisierung wird verzichtet. Zum Tessin wird eine Regelung erwogen, es könnten dort je nach Lage rechtzeitig eine oder zwei Drohnen stationiert werden. Auch für das Wallis zeichnen sich Lösungen ab; das Tal ist gegen das Chablais und den Genfersee offen. Zudem tüftelt Elbit an einer feinen, leichteren Enteisung.

Die Posse um das Landesystem

Weder Israels kriegserprobte Originaldrohne noch die Geräte in den rund einem Dutzend Abnehmerstaaten brauchen das spezielle Landesystem, das die Schweiz ursprünglich verlangte. Die Hermes 900 wird entweder per GPS oder von Hand gelandet. Die Schweiz forderte vom Lieferanten Elbit (Haifa) für den Fall, dass EKF-Störer das GPS ausschalten, ein zusätzliches System, auf das nun verzichtet wird. In allen anderen Armeen landen die Drohnen im Notfall von Hand gesteuert: Ein erfahrenen Drohnenpilot steht am Pistenrand und bringt das unbemannte Fluggerät sicher zur Erde.

In der Schweiz aber sei das verboten; denn ein Gesetz untersagt, dass ein Mensch am Pistenrand steht. Was für ein Unsinn! Wir könnten ja diese Vorschrift aufheben, und das Problem wäre unhelvetisch gelöst. Noch einmal könnten wir einen Gordischen Knoten entzweihauen.

Gelänge das nicht, dann hätte die Schweiz ihr Hornberger Schiessen par excellence. Anno 1564 gedachten die Bürger von Hornberg den Herzog von Württemberg mit Salutschüssen zu empfangen. Aber jedesmal, wenn der Wind eine Staubwolke aufblies, schossen sie so oft und so gründlich, dass bei der Ankunft des Landesherrn keine Granaten mehr vorhanden waren.

„Detect and Avoid“

Bleiben die Fragen von Detect and Avoid: die Vorschriften zum automatischen Aufspüren anderer Fluggeräte und zum Ausweichen im dicht frequentierten Schweizer Lauftraum. Unter der Leitung der RUAG wurden dazu Einbauten vorgenommen. Von einer erforderlichen Zertifizierung sind wir aber noch weit entfernt – wie alle (!) anderen Länder auf diesem Planeten auch.

Die Schweiz forderte da eine Funktionalität, die bis dato nirgends umgesetzt werden konnte. Aber auch dazu gibt es Lösungen. So könnte SKYGUIDE den betroffenen Luftraum kurzfristig reservieren. Ein teurer Rückbau der bereits eingebauten Teile wird vermieden.