Jürg Kürsener 15.2.26
Vieles wird in der derzeitigen Abstimmungsdiskussion um die SR-Halbierungsvorlage bei einer allfälligen Annahme vorgebracht, so etwa die Gefährdung des politischen und kulturellen Zusammenhalts des Landes. Die politische Gesinnung der Medienmacher aber wird im Abstimmungskampf leider nur am Rande angesprochen. Vor allem bürgerliche Kräfte getrauen sich scheinbar nicht, diese Frage mit gebührendem Nachdruck zu thematisieren, vielleicht weil sie um einen Bann ihrer eigenen Auftritte in Radio und Fernsehen fürchten. Das ist schade, denn diese Aspekte sind weit wichtiger, als gutgläubige Bürgerliche meinen.
Siebzig Prozent (70%) der schweizerischen Journalisten und Journalistinnen bekennen sich dazu, einer linken oder linksradikalen Ideologie oder Grundhaltung zuzuneigen. Sie versorgen also eine Nation mit Informationen, die aus 30% linken und 70% Zentristen und Bürgerlichen besteht. Der linke Anteil dürfte auch bei der SRG nicht viel anders sein. Angesprochen auf diesen Missstand antwortet die SRG jeweils beschwichtigend, dass dies auf die Berichterstattung keinen Einfluss habe, da diese Medienleute sehr wohl Profis seien und zu unterscheiden wüssten, was ihre persönliche Meinung sei und was in eine unabhängige, objektive Berichterstattung gehöre. Honi soit qui mal y pense. Dieser Haltung neigen nicht wenige, leider auch bürgerliche Bürger und Politiker zu. Eine fatale und naive Fehleinschätzung.
Während vordergründig die Berichterstattung durch diese linken Journalisten beim Durchschnittskonsumenten durchaus als ausgewogen und objektiv erscheinen mag, gibt es sehr wohl subtile Möglichkeiten, die Situation auszunutzen und Meinung der ZuhörerInnen zu beeinflussen. Hier sollen vier der wichtigsten Möglichkeiten aufgezeigt werden, wie die angeblich professionellen und angeblich von ihrer Ideologie befreiten linken Journalisten die Meinung ihrer Zuhörer und Zuschauer sehr wohl beeinflussen können und dies auch tun. Die vier Möglichkeiten werden mit einigen Beispielen ergänzt. Es gäbe noch hunderte anderer Beispiele.
- Erstens: Bereits mit der Wahl der Themen und Beiträge kann die öffentliche Meinung beeinflusst werden. Gewerkschaftliche Themen, Themen zur Klimakrise, Beiträge zu Streiks, zu kürzeren Arbeitszeiten, die 13. AHV, mehr Elternurlaub, Managerlöhne, entsprechende Demos, usw. sind willkommene und dankbare Themen, die vor allem der Linken als Werbeplattform dienlich sind.
- Zweitens: In den meisten Fällen laden die Journalisten ihre Gäste zum Interview oder zum Gespräch ins «Echo der Zeit», ins «Rendez-vous am Mittag», in die «Arena» oder in den «Zyschtigsclub» ein. Mit der gezielten Auswahl der «richtigen» Personen oder mit der Zusammensetzung von Diskussionsrunden haben sie eine gewaltige «Macht» und Möglichkeiten, die Meinung sehr wohl zu beeinflussen. Wortgewaltige Grüne oder SP-Vertreter sind gegenüber zwar kompetenten, aber eher zurückhaltenden Bürgerlichen immer im Vorteil. Wir kennen die «Stammgäste» in diesen
- Die SP ex-Bundesrätin Calmy-Rey ist stets willkommen, wenn es darum geht, den Bundesrat und vor allem Bundesrat Cassis zu kritisieren. Und wenn es darum geht, unsere Nachrichtendienste zu kritisieren, greifen die SRG-Verantwortlichen gerne auf den linken deutschen «Experten» Erich Schmidt-Eenboom zurück. Als ob dieser unsere Verhältnisse besser kennen würde, als die eigenen Experten.
- Drittens: Die Häufigkeit der Berichterstattung zu ausgewählten Themen. Hier lässt sich mit dem repetitiven Aufgreifen eines bestimmten Themas sehr wohl eine Meinung beeinflussen. In Abstimmungskämpfen um Klimavorlagen vor einigen Jahren hat das SRF während Monaten in gegen 70% aller Tagesschauen jeweils mindestens über ein angeblich klimarelevantes Thema berichtet und damit klar grüne Kampagnen betrieben! Am 15. Mai 2020 hat SRF für Klima-Demos in Bern und Zürich mit sage und schreibe zirka 10 bzw 30 Teilnehmern – die jeweils im Bild erkennbar waren – jeweils extra ein Tagesschau-Team entsandt und Interviews geführt!
- Viertens: Unliebsame Themen werden als «nicht wichtig» oder «nicht von allgemeinem Interesse» übergangen oder den Zuschauern/Zuhörern gezielt vorenthalten. Beispiel: In der Vorphase und dann während der Abstimmungsphase über die sechs Milliarden SFr für die Beschaffung der F- 35 hatte Finnland beschlossen, 66 Maschinen dieses Typs zu beschaffen, also fast die doppelte Anzahl jener für die Schweiz geplanten 36 Maschinen. Die SRG liess sich hier fast eine Woche Zeit, bis sie, nach entsprechenden Interventionen, doch noch darüber berichtete. Es passte nicht ins Konzept der linken Journalisten, eine solche Meldung zu verbreiten.
Das sind gewichtige Möglichkeiten, um die Meinung der Öffentlichkeit zu beeinflussen bzw zu manipulieren. Der hohe Anteil an linken Journalisten ist nicht harmlos und diese nutzen diese Freiräume geschickt aus. In vielem, was wir vorgesetzt bekommen, steckt System, welches auf den ersten Blick kaum zu erkennen ist. Zu oft wird das gutgläubig und naiv von der schweigenden Mehrheit und dem Durchschnittskonsumenten akzeptiert.